Direktauftrag Zwyssigstrasse 11, Luzern, 2023
GESCHICHTE
Der schmale Vorgängerbau war ein 1946 erstelltes 6-Familienhaus mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss. Seine Positionierung auf der ebenfalls schmalen und länglichen Parzelle war so ungünstig und insbesondere sehr nahe an der Zwyssigstrasse sowie der Nordwestseite, dass er ein einigermassen qualitätsvolles Weiterbauen nicht wirklich zuliess. Zudem war die Grundriss- und Tragstruktur sehr kleinteilige und hatte noch keine umfassende Renovierung hinter sich.
ORTSBAU
Das Wesemlinquartier zeichnet sich zwischen dem Kloster und der Siedlung Gartenheim durch eine grosse Vielfalt von «villenartigen» Mehrfamilienhäusern aus. Der Ersatzbau führt diese traditionelle Bautypologie weiter und fügt sich mit seinem eigenständigen Charakter in die Umgebung ein. Dieser wird durch einen klassischen Fassadenaufbau mit dem feinen Sockel und einem markanten Dach sowie den filigranen, vertikal gestalteten Balkonschichten geprägt. Grosszügige, raumhohe Fenster bereichern den Massivbau. Zur Zwyssigstrasse hin wird die Vertikalität der Nordostfassade mittels eines Wechsels zwischen der Putzstruktur und Farbe im Bereich des Dachausbaus verstärkt. Gegen Südenwesten öffnet sich das Gebäude mittels einer Balkonschicht bis unters Dach. Die bei der Untersicht des Vordachs sowie in den eingeschnittenen Balkons verwendeten Holzplatten verleihen dem Haus Eleganz und Wärme. Obwohl die drei Normalgeschosse identisch sind, konnte der Wohnungsspiegel flexibel bestimmt werden. Ein Schaltzimmer ermöglichte den Wechsel von einer 2 ½ Zi-Wo und einer 4 ½ Zi-Wo auf zwei unterschiedliche 3 ½ Zi-Wo mit einem oder zwei Nassräumen. Da die Wohnungen ohne Gangflächen auskommen, wirken sie grosszügig und haben grosse Zimmer sowie Wohn- und Essbereiche, obwohl sie eher kleine Wohnungsflächen haben. Das Dachgeschoss beherbergt eine sehr grosszügige 5 ½ Zi-Wo.
AUSSENRAUMGESTALTUNG
Die grosse Qualität der Strassenräume im Wesemlinquartier sind nach wie vor die Vorgärten. Die ansteigende Strasse und die Möglichkeit die kurze Einfahrt zur Einstellhalle am tiefsten Punkt und, dank den grosszügigen Nachbarn, an die Grenze zu platzieren, ermöglicht dieses prägende Element zu erhalten. Ein Nebengebäude für die Velos und Container trennt den Vorplatz vom privaten Aussenraum der Erdgeschoss Wohnungen und gliedert zusammen mit der Treppe bei der Einfahrt den Zugangsbereich. Auf der Nordwestseite gelangt man entlang dem chaussierten Spielbereich zum Eingang und weiter zu den Schattigen Plätzen unter den Bäumen.












