Direktauftrag Büelmatt 12, Sempach, Baueingabe 2025
GESCHICHTE
Das 1986 erstellte Wohn- und Geschäftshaus ist in gutem Zustand. Dies war der Anlass als erster Schritt zu prüfen, ob es möglich ist den Bestand zu erweitern. Es hat sich gezeigt, dass einerseits seine mittige Platzierung sowie die komplexe Ausgestaltung eine an diesem Ort notwendige Anordnung der Bauvolumen nicht zulässt.
ORTSBAU
Selbst wenn die Strasse nach Kirchbühl wie vorgesehen in eine Strasse mit Tempo 30 umgestaltet wird, ist es ein Ort mit regem Verkehr auf der Südseite. Dies hat dazu geführt den Rand gegen die beiden Strassen hin zu bebauen und so als Aussenraum eine Oase der Ruhe zu schaffen, zu dem alle Wohnungen eine Beziehung haben. Der Hofraum wird durch das Vorstadthaus mit Vorgarten am Kreisel und dem Gartenhaus mit Vorzone zur Kirchbühlstrasse aufgespannt. Im offenen Gelenk befindet sich der Vorplatz, von dem die Erschliessung der beiden Gebäude erfolgt. Im Erdgeschoss des Vorstadthaus befinden sich zwei Ateliers mit direktem Zugang zum gemeinschaftlich genutzten Vorgarten. Darüber sind pro Geschoss je zwei gespiegelte 3 1/5 Zi-Wo angeordnet. Ihre Loggias sind an den Ecken ins Volumen integriert und haben Sicht zum See. Im Gartenhaus sind drei 5 ½ Zi-Reihenhäuser sowie, über der Einfahrt in die Einstellhalle, eine zweigeschossige 3 ½ Zi-Wo aufgereiht. Im Erdgeschoss haben sie ihren Wohn- und Essbereich mit Zugang zum Garten und unter dem Dach eine ins Volumen integrierte Loggia mit Abendsonne und Seesicht. Beide in Massivbau erstellten Gebäude werden mit einem hell-sandfarbigen Schlämmputz versehen. Zusätzlich erhält das Vorstadthaus als Veredlung über dem Sockelgeschoss einen sandfarbigen Kellenwurfputz auf den Flächen, die von dem vertikalen Loggiaelement bis zur Treppenhausbefensterung sowie zwischen den beiden Loggiaelementen aufgespannt werden. Beim Gartenhaus werden die horizontalen Fensterbänder mit Flächen aus Kellenwurfputz verbunden um die liegende Fassadengestaltung zu verstärken. Die Hauszugänge, die Auskleidungen der Loggias sowie die Untersichten der Vordächer werden mit Holz verkleidet. Die gemeinsame Einstellhalle, der Technikraum sowie die Keller befinden sich im Untergeschoss. Die Energie wird mit Erdsonden aus dem Boden und mit Photovoltaik auf den Dächern erzeugt. Die eher kleinen Volumen und das Vorhaben die Wohnungen zu vermieten, stellen auf der Ebene der Kosten eine grosse Herausforderung dar.
AUSSENRAUMGESTALTUNG
Die beiden Neubauten werden sanft in die bestehende Umgebung integriert und berücksichtigen das massgebende Terrain. Die Umgebungsflächen werden nur beim Vorplatz und der Zufahrt zur Einstellhalle befestigt. Alle anderen Flächen werden wasserdurchlässig ausgeführt und über die Schulter entwässert. Die Begrünung wird mit einheimischen Sträuchern und Pflanzen ausgeführt und mit hochstämmigen Bäumen ergänzt. Ausser den Gartensitzplätzen der Reihenhäuser werden alle Aussenräumen von halböffentlich bis halbprivat gemeinsam genutzt. Es sind dies insbesondere die Spielfläche vor dem Vorstadthaus und der ruhige grosszügige Gartenraum. Mit den zur Kirchbühlstrasse hin orientierten Vorplätze und Hauszugängen werten sie diese auf und ermöglichen Begegnungen der Bewohner der Umliegenden Wohnquartiere.




