Studienauftrag Huetmatt Buchs Aarau, 2025
STÄDTEBAU
Seit 1935 ist Buchs primär Richtung Aarau gewachsen. Ab den 1960er-Jahren hat sich im Ortsteil Usserdorf auf der nördlichen Seite der Lenzburgerstrasse eine kleinteilige Parzellenstruktur entwickelt mit vorwiegend Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern. Während sich auf der Gegenseite in den letzten Jahren grossmassstäbliche Wohnüberbauungen etabliert haben, blieb die Vielzahl kleiner Grundstücke auf der Nordseite erhalten, obwohl es vereinzelt zu parzellenübergreifenden Neubauten kam. Dies wird sich trotz der erhöhten, zulässigen Dichte mittel- bis langfristig aufgrund der Parzellenstruktur vermutlich kaum ändern. Im Herzen dieses, vom Erscheinungsbild eher heterogenen, Dorfteils befindet sich die Huetmatt. Der bisher gültige Erschliessungsplan Huetmatte / Lochmatte von 2001 soll aufgehoben werden, was eine angemessene innere Verdichtung mit einer zeitgemässen Überbauung von hoher Wohnqualität ermöglicht. Mit einer Fläche von 8'912 Quadratmetern ist sie eine der wenigen grossen, zusammenhängenden und noch unbebauten Gebiete innerhalb der Bauzonen von Buchs.
Das Projekt «Wohnen am Lindengarten» ist in zwei Teilbereiche gegliedert. Als grüne Lunge und geschützter, halböffentlicher Aussenraum befindet sich dazwischen der Lindengarten als Spiel- und Treffpunkt für die Siedlungsbewohner jeden Alters. Die erste Bautiefe entlang der Hauptstrasse und am Kreisel gehört der Wohn- und Arbeitszone WA an und ermöglicht eine Ausnützungsziffer von 0.8 sowie eine Gebäudehöhe von 15 m, was fünf Geschossen entspricht. Der «Teilbereich Süd» befindet sich in der zweiten Bautiefe zur Lenzburgerstrasse und umfasst drei quadratische, in der Grösse leicht unterschiedliche, viergeschossige Gebäude. Die beiden grösseren Häuser stehen in direkter Nachbarschaft zur fünfgeschossigen Wohn- und Arbeitszone, das kleinste der drei Volumen weisst einen grossen Grenzabstand von 10.5 m zu den Nachbarsparzelle auf. Diese können ihrerseits dreigeschossig bebaut werden und werden sich zur Westseite hin orientieren. Der «Teilbereich Nord» umfasst vier Gebäude von denen je zwei, mit Ausnahme des Eingangsbereiches, identisch sind. Zur optimalen Eingliederung sind diese dreigeschossig geplant und somit gleich hoch wie mögliche Neubauten auf den Nachbarparzellen zulässig sind.
Das Konzept von zwei unterschiedlich formulierten Teilbereichen, das zur besseren Integration in die kleinmassstäbliche Umgebung beiträgt, wird auch in der Ausformulierung des architektonischen Ausdrucks verfolgt. Die drei Häuser im urbaneren Umfeld der Lenzburgerstrasse sind als verputze Baukörper geplant. Im «Teilbereich Nord» werden die vier Häuser mit einer eingefärbten Holzschalung verkleidet, sodass die Bauten zusammen nicht als eine Gesamtüberbauung wahrgenommen werden und der Körnung der Umgebung gerecht werden. Gemeinsam haben alle Gebäude primär horizontal gegliederte Fassaden welche die Baukörper optisch nicht überhöhen. Konstruktiv unterscheiden sich die Häuser, abgesehen von der äussersten Fassadenschicht nicht voneinander. Das vorgeschlagene Zweischichtenmauerwerk KISmur besteht aus einer inneren Backsteinschale von 15 cm. Diese übernimmt die Lastabtragung ohne zusätzliche Verstärkungen aus Beton und garantiert eine gute Unterbindung der Schalllängsleitung über die Fassaden. Als Wärmedämmung wird bei den verputzten Häusern ein Grossblockstein von 36.5 cm als zweite Schale aussen vorgemauert. Bei den holzverkleideten Häusern wird diese durch eine Steinwolldämmung mit einer hinterlüfteten Holzschalung ersetzt. Beides sind sowohl dauerhafte und nachhaltige Fassadensysteme mit hohen bauphysikalischen Wohnqualitäten.










