Studienauftrag Huetmatt Buchs Aarau, 2025
AUSGANGSLAGE UND SITUATION
In Littau West entsteht ein neues grosses Wohnquartier in der Stadt Luzern. Am westlichen Siedlungsrand von Littau, zwischen Jodersmatt und Tschuepis, sollen im Rahmen des Bebauungsplans B142 "Littau West" qualitätsvolle sowie energetisch wie auch ökonomisch attraktive Wohnungen für die Wohnbaugenossenschaft WGL entstehen. Das historische Littau wurde ursprünglich auf dem ebenen Plateau an der nördlichen Hangkante gegründet, weiter unten, hangabwärts, entwickelte sich der Ortsteil Littauer Boden. Diese räumliche Eigenheit wurde in der Entwicklung des Bebauungsplans erkannt, so dass die richtigen Rückschlüsse gezogen werden konnten. So dürfen die neuen Wohnüberbauungen nicht den kompletten Hang abwärts überbauen, sondern werden bis zur Hangkante, auf dem Plateau des Siedlungraumes Littau, begrenzt. Der charakteristische Littauer Hang bleibt nach wie vor frei und kann einer extensiven Landnutzung zugeschrieben werden. Der Projektperimeter umfasst die Parzellen 2406 und 1300 mit den Baubereichen H und I aus dem Bebauungsbereich B142 "Littau West". Im Gegensatz zu den anderen Baubereichen, B bis G, knüpfen diese Grundstücke unmittelbar an den westlichen Siedlungsrand an -zur Wohnanlage Jodersmatt, zum weiter unten gelegenen Friedhof mit der Pfarrei im Nordosten sowie zu den grossmassstäblichen und langen Wohnüberbauungen entlang des Bennenegg und dem neu zu entstehenden Quartiersweg im Südosten. Diese direkte Nachbarschaft zur bestehenden Siedlungsstruktur bedingt daher ein Konzept aus einzelnen Gebäudegruppen aus verschiedenen Baukörpern mittlerer Körnung mit einer halboffenen Bauweise, anstatt ein Konzept mit grossmassstäblichen Volumen zu entwickeln, wie sie in vielen Agglomerationen anzufinden sind. Die im folgenden Konzept entwickelte Kleinteiligkeit öffnet sich zur gewachsenen Ortschaft und schafft niederschwellige Begegnungsräume im erweiterten Quartier. Prägendes Element auf den Baubereichen H und I sind die Landschaftsfenster - Es ist eines von fünf formulierten Kernmassnahmen des Bebauungsplans. Denn durch gezielte Setzungen der geplanten Volumen auf den Baufeldern werden extensiv nutzbare Freiräume ausgeschieden, in denen sich die Landschaft mit der Siedlung verzahnen und Ausblicke von der siedlungsinternen Erschliessung in die Landschaft ermöglichen kann. Im konkreten Fall werden die Baubereiche H und I durch zwei Landschaftsfenster charakterisiert. Das erste Landschaftsfenster verläuft zwischen den Parzellen, das zweite vorgegebene Landschaftsfenster schliesst die Parzelle H im Westen zur Parzelle G ab. Die Ausgangssituation mit der charakteristischen Landschaft aus der Littauer Hangkante mit den Ausblicken Richtung Littauer Boden, Thorenberg, der kleinen Emme und den Landschaftsraum Malters sowie den festgelegten Landschaftsfenstern bieten im westlichen Siedlungsraum von Littau einen spannenden und interessanten Ort für ein zukunftsgerichtetes und gemischtes neues Wohnquartier.
SETZUNG UND ARCHITEKTUR
Das Programm für das neue Wohnquartier auf den Baubereichen H und I wird auf fünf Baukörpern vorgeschlagen. Haus A auf der Parzelle I1 und Haus B auf der Parzelle H verorten sich in Längsrichtung entlang der Hangkante im Norden. Haus C auf der Parzelle H bildet den westlichen Abschluss der Wohnanlage ab. Die Häuser D und E bilden in Längsrichtung das neue Gesicht entlang des neuen Quartiersweges im Süden und spannen gleichzeitig nach Innen die intimeren Aussenräume auf. Haus A und B sind auf die östlichen Pflichtbaulinien gesetzt, Haus B um drei Meter weiter nach Osten verschoben. Mit dieser Setzung wird einerseits das Landschaftsfenster zwischen den beiden Baufeldern maximal vergrössert, um Raum zu schaffen für vielfaltige Freizeitaktivitäten im Aussenraum, andererseits wird so vielen Wohnungen wie möglich der Ausblick in den Littauer Landschaftsraum und in das erweiterte Landschaftsfenster geschaffen. Auch Haus C profitiert von dieser Setzung -Mit dem anschliessenden Landschaftsfenster verbreitert sich der Aussenraum an der Hangkante, die Wohnungen haben freien Ausblick auf die Landschaft am Hang, in das Landschaftsfenster im Westen und den neu geschaffenen Park im Innenhof der neuen Wohnanlage. Haus D schliesst die Pflichtbaulinien nach Osten und Süden im Baubereich H ab. Zwischen Haus D und C wird ein grosszügiger Park geschaffen, zwischen Haus D und B wird ein intimerer Innenhof aufgespannt. Haus E bildet den südwestlichen Abschluss des Baubereiches I und wird von der westlichen Pflichtbaulinien um drei Meter nach Osten verschoben, um die vorgeschriebene Breite des Landschaftsfensters einzuhalten. In dieser Setzung der Baukörper sowie der Verortung der Einfahrt zur Einstellhalle im äussersten Osten werden den Wohnungen im Haus E Ausblicke auf das Landschaftsfenster, den Landschaftsraum und der neuen Parkanlage im Süden angeboten sowie zum intimeren Aussenraum zwischen Haus A und D. Mit dem Anspruch qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen, der neben flexiblen und räumlich interessanten Grundrissen auch Licht, Luft und Natur einbeziehen soll, werden auch die Vorgaben an die Siedlungsränder mit den Pflichtbaulinien erfüllt. Trotz des Richtprojekts und der Sonderbauvorschriften wird mit der Setzung und Architektur der Baukörper das Bild eines gemeinsamen Wohnquartiers gesucht. In der Setzung schliessen sich die Baukörper nicht gegeneinander ab, im Gegenteil, mit Unterstützung des Landschaftsfensters und der Freiraumgestaltung verbinden sich alle Baukörper über die unterschiedlichen und fliessenden Aussenräume. Die Architektursprache trennt dabei nicht die Baukörper, sondern folgt der Verortung der Baukörper auf den Grundstücken. Die langen Häuser entlang der Hangkante erhalten ein luftiges und leichtes Holzgerüst das die Durchlässigkeit des Durchwohnens (Nord-Süd-Lage) in dieser Lage visualisiert und symbolisiert. Die Häuser C, D und E dagegen öffnen sich mit ihren individuelleren Grundrissen und ohne das Konzept des Durchwohnens zu den vielen unterschiedlichen Aussenräumen. Sie werden in Massivbauweise aus Einsteinmauerwerk mit verschieden ausgefachten Putzflächen und farbigen Architekturelementen vorgeschlagen. Ihre grosszügigen Balkone schälen sich aus den Baukörpern heraus und verzahnen sich mit dem Aussenraum.









