Lengacher
Emmenegger
Partner AG
dipl. Architekten ETH SIA BSA

 

Zwei Zweifamilienhäuser, Kirchbühl, 2012

Der Weiler Kirchbühl, an erhöhter Lage über dem Sempachersee, ist ein schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung. Die Volumen sind entlang einem schmalen Strässchen aufgereiht, sie sind leicht zueinander verdreht, wie zufällig zusammengerückt, einzig die Firstrichtungen sind mit einer Ausnahme alle von Norden nach Süden gerichtet. Südlich der Weggabelung vor dem Kirchhof liegt das Planungsgebiet mit der zu gross geratenen Scheune aus den 70er Jahren, die mit dem Vorhaben durch integrativere Volumen ersetzt werden kann. Vorgeschlagen wird eine hofartige Volumenkombination mit zwei Wohnhäusern in Massivbauweise mit Holzverkleidung und einem Schopf als Holzkonstruktion. Wie in Kirchbühl üblich, sind die Volumen leicht zueinander verdreht, symmetrisch und mit der Firstrichtung von Norden nach Süden. Der Garagenschopf besetzt die Weggabelung und übernimmt die Lenkung des Blickes von Osten aus auf den Kirchhof. Die beiden neuen Wohnhäuser sind - wie die zwei bestehenden Häuser gegenüber - hinter Gärten, Vorplätzen und Hostet angeordnet. Geschützt zwischen den drei Volumen erlaubt die leichte Hanglage einen ebenen Hof und spielt das unterste Wohnniveau frei. Der Garagenschopf kann mit den beiden Kipptoren ganz geschlossen werden wie ein landwirtschaftliches Ökonomiegebäude. Ähnlich historischen Bauernhäusern aus der gleichen Region und Bauzeit basieren die beiden neuen Wohnhäuser auf dem gleichen Gebäudetyp. Unterschiede entstehen durch Variationen der inneren Aufteilung und der damit verbundenen Anordnung der Öffnungen. Erfahrungsgemäss dividieren die unterschiedlichen Anforderungen von individuellen Bauträgern eine ähnliche Ausgangslage auseinander, was hier, wie früher, zu spannenden Variationen des gleichen Gebäudetyps führen wird. Der gewählte Gebäudetyp enthält zwei je völlig unabhängige Wohnungen. Die leichte Ausdrehung und Staffelung der beiden Wohnhäuser erlaubt die Aussicht auf die Innerschweizer Bergkette zwischen Rigi und Pilatus aus allen vier Wohnungen. Die vom Weiler abgewandten Südseiten sind deshalb grosszügig verglast und mit durchgehenden Balkonen geschützt. Die grossen Maisonettewohnungen der beiden zukünftigen Eigentümer werden auf dem Erschliessungsniveau im Schlafgeschoss betreten. Grosszügige Treppenanlagen führen in die ebenerdigen Wohngeschosse mit grossen Terrassen hinunter, leicht eingeschnitten ins Terrain und mit Brunnen als zwei Massnahmen gegen den diffusen Autobahnlärm. Die 4.5 Zimmerwohnungen werden je über eine eigene Treppe und Laube im Obergeschoss direkt erschlossen. Um die Gebäudegrundfläche kompakt zu halten und die räumlichen Qualitäten einer unter dem Dach liegenden Wohnung auszunutzen, wird ein Zimmer mit Galerie über eine Treppe erreicht.

Projektbeschrieb